Jan. '98, "Standort Deutschland", Fachzeitschrift der BDU Fachgruppe

Ein universitätsnahes Dienstleistungszentrum
geht neue Wege
Planung eines ökologischen Geschäfts- und Dienstleistungszentrum
in Oldenburg
Alf Baumhöfer u. Katharina Engeln, Baumhöfer Unternehmensberatung BDU, Oldenburg

 

Oldenburg, ehemalige Residenz- und Landeshauptstadt, ist heute der wirtschaftliche, administrative und kulturelle Mittelpunkt des niedersächsischen Regierungsbezirks Weser-Ems. Für diese Region von der Größe des Bundeslandes Schleswig-Holstein verfügt die Universitätsstadt Oldenburg über alle zentralen Dienstleistungen und eine gute Infrastruktur. Die Einwohnerzahl Oldenburgs stieg kontinuierlich von 137.000 (1980) auf 153.000 Einwohner (Dezember 1997).

Oldenburg ist seit 1972 Universitätsstadt; an der Carl-von-Ossietzky-Universität studieren z.Zt. 12.500 Studenten und arbeiten 1.600 Angestellte; im Radius von 2.000 m wohnen 20.000 Menschen. Autobahnanschlüsse nach Bremen, Wilhemshaven und Emden (Auffahrt/Abfahrt Wechloy an der Autobahn Emden -Leer) sind in direkter Nähe.

Das STUDENTENWERK OLDENBURG, Betreiber von 10 Studentenwohnheimen und diversen studentischen Wohnhäusern in Oldenburg, Emden und Wilhelmshaven, plant ein Dienstleistungszentrum in Form eines baubiologischen Niedrigenergiehauses mit max. 6 Obergeschossen. Darin sollen ein Studentenwohnheim bzw. Hotel, ein Geschäftshaus sowie universitäre Institute angesiedelt werden. Direkt auf der anderen Straßenseite wird das zur z.Zt. im Bau befindliche Tagungs- und Hörsaalzentrum entstehen. Baubeginn des Dienstleistungszentrum soll März 1998 sein - Fertigstellung April 1999.


Ein Studentenwohnheim / Gästehaus / Hotel mit Café / Bistro ist neben einer ökologisch
orientierten Gewerbezeile mit Bio-Frischmarkt, Baubiologischer Baustoffhandlung, Reisebüro, Apotheke, Krankenkasse, Einzelhandel mit ökologischen Sitzmöbeln, Schreibwaren, Druck- und Kopierdienst, Ärzten / Heilpraktikern / Umweltmedizinern, Friseurin, Architekten etc. geplant.

Im 2. Obergeschoss sollen sich universitäre Institute und universitätsnahe Firmen ansiedeln.

Grundlage dieses Branchenmixes ist eine Standortanalyse, aus der u.a. hervorgeht, dass das Handels- und Dienstleistungsgewerbe in der näheren Umgebung sich bisher zu wenig an der Nachfrage der Universitätsangehörigen orientiert hat, obwohl in den letzten Jahren die Zahl der eingeschriebenen Studenten ständig zunahm.

Außerdem ist die Kaufkraft der Studenten, Universitätsmitarbeiter und Anwohner für die genannten Branchen unter Einbeziehung einer Konkurrenzanalyse erhoben worden. Bei dieser Zielgruppe ist erwiesenermaßen eine hohe Bereitschaft für ökologisch orientierte Produkte sowie Dienstleistungen auszumachen
.
Dieses universitätsnahe Dienstleistungszentrum schafft ein Angebot, das bisher in der Nähe der Universität nicht ausreichend vorhanden war:

• es erhöht die Attraktivität der Universität
• es schafft neue Arbeitsplätze
• es baut gegenüber der Universität Schwellenängste und Vorurteile ab
• es ermöglicht einen verbesserten Austausch zwischen der Bevölkerung und dem Universitätsbetrieb

Alles in allem ist das gesamte Projekt ausgerichtet auf den steigenden Bedarf für Dienstleistungen im Umfeld der Universität. Es zeigt, wie auch der Präsident der Universität Prof. Dr. Michael Daxner trefflich ausdrückte, daß auch ein Landesbetrieb unternehmerisch denken und innovativ handeln könne.

zurück